Jusos - Die 63 Thesen

These 1 und 2

Die 63 Thesen als PDF downloaden

Für eine LINKE ZUKUNFT
Thesen zu jungsozialistischer Politik - LINKSWENDE 09

These 1 - Voraussetzungen linker Politik heute

Für linke Politik standen die Vorzeichen in den letzten Jahren schlecht. Der realexistierende
Sozialismus war gescheitert und eine Alternative zum Kapitalismus damit scheinbar diskreditiert. Dem entsprach, dass die Behauptung des „There is no Alternative“- Prinzips (TINA) der Konservativen von den linken Kräften des Parlamentarismus übernommen und für das links-liberale Bürgertum als vermeintlich entideologisierte Politikform des einzig
Möglichen serviert wurde.

Auf der anderen Seite wuchs bei vielen links politisch Interessierten die Überzeugung, Parteipolitik führe zwangsläufig zu Konformismus, Opportunismus und Karrierestreben. Als Beweis mussten ehemalige 68er herhalten, die sich von alten Idealen abgewandt und diese
nunmehr als spannende Geschichten ihrer Jugend abtaten.

Die Früchte der Politik der scheinbaren Alternativlosigkeit und Sachzwänge sind heute allgegenwärtig: soziale Spaltung, Armutszunahme, prekäre Beschäftigungssituationen. Viele
Menschen sind nicht mehr bereit, diese Zustände zu akzeptieren. Das bedeutet nicht, dass die Skepsis junger Menschen gegenüber Parteipolitik abgenommen hat, aber damit haben sich die Vorzeichen und Chancen für linke Politik geändert.

These 2 - Wohin wir gehen

Jungsozialistische Politik trägt die Überzeugung, dass der Kapitalismus überwunden werden muss, um ein freies und gleiches Leben für alle zu verwirklichen. Wir gehen davon aus, dass nur
wenn Freiheit, Gleichheit und Solidarität erkämpft werden, eine menschliche Gesellschaft verwirklicht werden kann. Wir wissen, dass Freiheit, Gleichheit und Solidarität noch nicht erreicht sind, sondern der Kampf um sie die Aufgabe der sozialistischen Bewegung ist. Daran
hat sich auch heute nichts geändert. Wir JungsozialistInnen und Jungsozialisten gehen davon aus, dass jeder Mensch für sich erstrebt, ein vollkommenes Leben zu führen. Unser Ziel bleibt der demokratische Sozialismus.

Die Grundwerte waren der Maßstab, an dem sich
SozialdemokratInnen als Teil der ArbeiterInnenbewegung gemessen haben. Sie sind die Grundlage für den politischen Erfolg, den die SPD als Partei immer wieder erzielen konnte.
Wir Sozialistinnen und Sozialisten geben uns mit dem Erreichten nicht zufrieden. Wir wollen, dass es den Menschen besser geht. Daher streiten wir für eine Überwindung der Verhältnisse, in denen der Mensch ausgebeutet wird und die nach wie vor in historisch wandelbarer Gestalt
fortbestehen.
Den demokratischen Sozialismus zu erreichen, ist dauernde Aufgabe. Ihn exakt zu definieren, ist unmöglich. Es ist eine unmögliche Aufgabe und nicht wünschenswert, eine Vision bis ins kleinste Detail aus den heutigen Verhältnissen heraus zu beschreiben. Diese Verhältnisse werden nicht nur von uns heute geformt, sondern formen auch uns und unsere
Vorstellungswelten. Für uns ist aber wichtig klar zu stellen, dass das derzeitige System ein System der Ungleichheiten ist und wir deshalb nach anderen Formen des Zusammenlebens suchen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kritik am bestehenden System zu formulieren und
aus dieser Kritik die Kraft zu schöpfen, für eine andere gesellschaftliche Verfasstheit zu kämpfen.
Es hilft nicht, wenn ein „ArbeiterInnenführer“, eine „linke Elite“ oder eine
„Avantgarde“ der Gesellschaft ein Modell aufzwingen will. Die Diskussion darüber, wie eine Gesellschaft anders aussehen kann, sehen wir als Teil unseres Kampfes. Ziel ist eine demokratische Verständigung über die Frage, wie eine andere Gesellschaft aussehen und organisiert werden kann. Die Vision ist nur durch Menschen und ihre Überzeugung
verwirklichbar. Daraus ergibt sich jedoch auch, dass jetzt nicht feststeht, was am „Ende“ dieses Überwindungsprozesses kommt. Sozialismus ist also ein Ergebnis offener demokratischer Prozesse, die sich an unserem Bild vom Menschen und unseren Grundwerten orientieren.
Mit diesem Papier wollen wir eine innerverbandliche Verständigung über jungsozialistische Politik erreichen und eine Standortbestimmung über jungsozialistische Politik vornehmen.


Mehr zu diesem Thema:


Downloads

Partei

Veranstaltung

NEWSTICKER

09.12.2018 19:38 Europa ist die Antwort
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob wir die großen Aufgaben der Zeit gemeinsam anpacken – und bewältigen. Ob wir der europäischen Idee neuen Schub geben. Oder ob der Weg zurück führt in nationalstaatliches Klein-Klein – und wir die Weltpolitik der anderen nur an der Seitenlinie kommentieren und erdulden. Um nichts weniger geht es

07.12.2018 21:15 Einrichtung einer Europäischen Arbeitsbehörde
Mit der Einigung der europäischen Arbeitsminister auf eine Europäische Arbeitsbehörde ist ein Schritt hin zu einem sozialeren Europa getan. Die Europäische Kommission hatte diesen Vorschlag unterbreitet, nun muss noch das Europäische Parlament zustimmen. „Vor einem Jahr haben die Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen, mehr zu tun für soziale Rechte, wie den Zugang zu Sozialschutz,

05.12.2018 22:19 Harald Christ – Die CDU meldet sich von ihrer Wirtschaftskompetenz ab
Zum Antrag „Wirtschaft für die Menschen – Soziale Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert“ der CDU auf ihrem Bundesparteitag am 7./8. Dezember 2018 erklärt der Mittelstandsbeauftragte beim SPD Parteivortand Harald Christ: Wo bleibt das Neue? Der Inhalt des Antrags ist ziemlich dünn und hinlänglich bekannt. Eine in die Zukunft gerichtete Perspektive für den Wirtschaftsstandort Deutschland und seine Herausforderungen

03.12.2018 16:54 Wir lassen die Kommunen beim Diesel nicht allein
Anlässlich des bevorstehenden Dieselgipfels im Kanzleramt betont Sören Bartol: Der Bundestag hat bereits in der letzten Woche die Aufstockung der Mittel für das Sofortprogramm ‚Saubere Luft‘ beschlossen. „Unser Ziel ist es, saubere Luft in den Städten zu erreichen und Fahrverbote zu verhindern. Wir lassen die Kommunen dabei nicht allein. Der Bundestag hat bereits in der letzten Woche

02.12.2018 17:05 Blockchain und FinTechs: Innovationen fördern und Verbraucherschutz stärken
Viele junge Unternehmen bauen bei ihren Geschäftsmodellen mittlerweile auf die Blockchaintechnologie. Die SPD-Bundestagsfraktion hat Chancen und Risiken der Blockchain heute in einem Fachgespräch mit Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, Jakob von Weizsäcker, Mitglied des Europäischen Parlaments, und Friederike Ernst, Generalsekretärin des Blockchain Bundesverband e.V. und anderen diskutiert. Wir setzen uns für eine zukünftige

Ein Service von websozis.info